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Wolfgang Winkler – Ausruhen kann ich mich, wenn ich tot bin

Zwei meiner Lieblingsschauspieler. Walfriede Schmitt und Wolfgang Winkler. Er feiert heute Geburtstag. Sie zieht am 9. März nach. 73 ist der „alte Knabe“ geworden. Und hält sich gut. „Muss ich und will ich auch“, sagt er. Für wen? „Für mich, sonst funktioniert es nicht.“ Dass seine Frau Marina, mit 61 immer noch aktiv als Tanzlehrerin, ihm gewissermaßen ein Ansporn ist, versteht sich von selbst. Und dann mag er auch kein Rentner sein – gleichwohl er es faktisch ja ist.

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Porträt von André Kowalski

Loslassen vom Job kann und will Wolfgang Winkler einfach noch nicht. „Wir Schauspieler sind ja verrückt, wir wollen spielen bis zum Umfallen. Ausruhen kann ich mich, wenn ich tot bin“, sagt er mir am Telefon. Und bis dahin – so Gott will – hat er noch eine Menge Zeit. Vor genau einem Jahr hat der ehemalige Hallenser „Polizeiruf 110“-Kommissar – nach 50 Fällen mussten er und sein Partner Jaecki Schwarz den Dienst quittieren – seinen Polizeidienst auf dem Bildschirm wieder aufgenommen. In der ARD-Vorabendserie „Die Rentnercops – Jeder Tag zählt“. Zusammen mit Schauspieler Tilo Prückner ist er als Kommissar a. D. im TV-Dezernat 12 der Kripo Köln-Mühlheim aktiv. Ein aktuelles Thema. Der Polizei fehlt der Nachwuchs. Wie im wahren Leben.

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Mit Wolfgang Winkler im Café des Schauspieler Christian Kahrmann in Berlin. Foto: Boris Trenkel

„So eine Figur zu spielen ist ein Geschenk und wirklich ein Glück. Auch für das Selbstwertgefühl. Wenn du Kollegen in deinem Alter siehst, die gerade wieder einen großen Film gemacht haben, kannst du dir sagen: Du hast auch was Neues gemacht. Du bist auch noch präsent. Das hilft schon, die Erfolge der anderen zu ertragen. Ich könnte mich auch zurücklehnen und sagen: Lass die anderen machen. Aber da sitzt so ein kleiner Teufel im Nacken und piekst.“

Im Mai geht es nun weiter mit den humorigen Krimi-Geschichten. „Wir hatten gute Einschaltquoten. Die zwei alten Zausel, die 40 Jahre zusammen gearbeitet und den Erfolg des anderen immer mit Missgunst beobachtet haben und sich auch jetzt nichts schenken, machen den Zuschauern Spaß.“

Eine Krimi-Serie mit Augenzwinkern, die den Schauspieler vergessen lässt, dass Altwerden keinen Spaß macht. „Ich kann mich nicht darauf einlassen, zu sagen, jedes Alter hat seine Schönheiten. Man muss mit den Gegebenheiten des Alters leben, aber schön ist es meistens nicht. Man fängt an zu sagen: Ich bin ja bald 80. Früher hat man sich gern älter gemacht, um ins Kino zu kommen. Jetzt macht man sich älter, um zu hören: Ach, das sieht man Ihnen gar nicht an. Den Satz hört man ja gern. Aber eigentlich ist er auch Mist.“

Aber sich deshalb in Depressionen hineinzusteigern, liegt Wolfgang Winkler fern. Da schiebt schon sein Humor einen Riegel vor. Und die Enkel und sein Freund Jaecki Schwarz. Die beiden sind mindestens einmal im Monat zu heiteren Lesungen mit ihrem Buch „Herbert & Herbert. Bloß gut, dass ich mit dir nicht verheiratet bin“ unterwegs. Zu Ostern sind sie in Lichtenhagen bei Rostock.

BDF Winkler & Grube 06
„Buddha bei die Fische“ – Das Team will einen heiter-nachdenklichen Film übers Altwerden drehen

Was ihm jetzt noch am Herzen liegt, ist die Verwirklichung eines Drehbuches, das ein junger Kollege geschrieben hat, Jörg Gahr. „Eine wichtige Geschichte, die sich ums Zurechtkommen mit dem Altwerden dreht. Dafür haben wir – Marie Gruber, Andreas Schmidt-Schaller, Ernst Georg Schwill und ich – einen Trailer gedreht, um das Geld für die Produktion zusammen zu bekommen. Dass sich eine Produktionsfirma oder ein TV-Sender findet, der dafür Geld gibt, das wünsche ich mir.“ Ich drücke die Daumen.

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